Ausstellung Kalt, Thomas Judisch, Stefan Krauth

Bildcollage: Thomas Judisch, Stefan Krauth

23.9.—
9.10.2021

KALT

Thomas Judisch
Stefan Krauth

Der Bildhauer Thomas Judisch und der Fotograf ­Stefan Krauth nutzen die Chance der gemeinsamen Ausstellung KALT, um sich künstlerisch anzunähern. Die Arbeitsweise beider Künstler zeichnet aus,
dass sie mit der ästhetischen Wahrnehmung der Betrachter*innen spielen. So fotografiert Kraut ­kleine Schneeberge am Straßenrand und entwickelt ­daraus Bildcollagen, um romantische Szenerien zu ­erzeugen. Judisch hat ebenso große Freude an der Irritation. Die von ihm geschaffenen Objekte und die verwendeten Materialien sind nie das, was sie ­vorgeben, zu sein. Beide Künstler arbeiten mit Erinne­rungen und Reizen und zeigen auf gleichermaßen spielerische und ironische Art und Weise, dass gerade das Alltägliche den zweiten Blick lohnt.

Thomas Judisch (*1981 in Waren/Müritz) studierte Bildhauerei bei Elisabeth Wagner an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel und wechselte nach seinem Diplomabschluss an die Hochschule für Bildende Künste Dresden. Dort absolvierte er 2011 ein Meisterschülerstudium mit den Schwerpunkten Skulptur und Raumkonzeption bei Eberhard Bosslet. Seit 2008 hat er regelmäßig an Artist-in-Residence-Programmen teilgenommen, darunter 2008 am Pilotprojekt Gropiusstadt Berlin, 2012 am Salzamt Linz und 2015 am Goldbekhof e.V. Hamburg. Thomas Judisch erhielt 2010 das Arbeitsstipendium des Landes Schleswig-Holstein und 2019 das Arbeitsstipendium von der Stiftung Kunstfonds Bonn. Er nahm an zahlreichen Gruppenausstellungen teil, u. a. in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz, Japan und den USA. 2019/2020 übernahm Judisch eine Professur-Vertretung der Klasse für Freie Kunst und Keramik an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel. 2020/21war er dort Lehrbeauftragter. Seit 2020 ist Thomas Judisch Lehrbeauftragter im Fachbereich Kunstpädagogik an der TU Dresden. Werke von ihm befinden sich in der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland sowie in der Sammlung des Kunstfonds des Freistaats Sachsen.

Stefan Krauth (*1978 in Karlsruhe) studierte ab 2004 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden Malerei und Grafik bei Christian Sery und Ralf Kerbach. 2008 verbrachte er ein Semester an der Universidad do Porto in Portugal. Nach seinem Diplomabschluss absolvierte er von 2010 bis 2012 ein Meisterschülerstudium bei Ralf Kerbach. Seit 2011 ist er als freischaffender Künstler tätig und beschäftigt sich vorwiegend mit dem Medium Fotografie. 2011 erhielt er das Hegenbarth Stipendium der HfBK, es folgten weitere Preise und Stipendien wie z. B. ein Atelierstipendium in Hamburg, Arbeitsstipendien der Landeshauptstadt Dresden und der 2. Preis des Portraits Hellerau Photography Award 2017. Das Stipendium Handpressedrucke ermöglichte ihm die Auseinandersetzung mit traditionellen Drucktechniken wie Algrafie und Offset. 2019 war er Dozent für Fotografie an der Sommerakademie des Riesa efau, seit 2020 ist er Dozent an der Europäischen Kunstakademie Trier. Stefan Krauth nimmt regelmäßig an Ausstellungen in verschiedenen Ländern teil. Außerdem arbeitet er seit seinem Studium immer wieder an Gemeinschaftsprojekten mit zahlreichen anderen Künstler*innen.

Ausstellungseröffnung
23.9.2021 / 19:00 Uhr

Die Ausstellung findet im Rahmen des Neustadt Art Festival vom 24. bis 26. September statt.

Bilder aus der Serie Nieswojość (dt. Unheimisch), Agata Pankiewicz, Marcin Przybyłko

Vorschau / 21.10—
3.12.2021

NIESWOJOść / UNHEIMISCH

Agata Pankiewicz
Marcin Przybyłko

Jeder Ort beeinflusst die Menschen, andererseits prägt der Mensch den Ort, an dem er sesshaft ist. Nirgendwo im heutigen Europa kommt diese Wechselbeziehung und ihre Bedeutung für die Bildung der regionalen Identität so deutlich zutage als im polnischen Niederschlesien.

Die Aktualität der Fragen nach dem Umgang mit der Geschichte Niederschlesiens und der Identität der Bewohner betont eine große Zahl künstlerischer Projekte auf beiden Seiten der Grenze, die sich in den letzten Jahren dem Thema widmen. Zu den hervorragendsten Vorhaben gehört die Kunstbuch Nieswojość (dt. Unheimisch) von Agata Pankiewicz und Marcin Przybyłko. Die besondere Qualität von Nieswojość besteht in dem ungewöhnlichen Format, das die bildende Kunst, Literatur, Feuilleton und nicht zuletzt die Buchkunst vereint. Dadurch bietet das Werk ein besonders breites Spektrum der Zugänge rund um das Thema „Schlesien heute und seine Identität“ an.

Die Fotografien aus der Serie Nieswojość von Pankiewicz und ­Przybyłko werden das Rückgrat der Ausstellung im Fotoforum Dresden bilden. Ergänzt wird die Präsentation durch kurze Auszüge von Texten, die im Ausstellungsraum des Vereins verteilt die Bedeutung des Tandems Foto-Text betonen sollen.

Agata Pankiewicz – Innenarchitektin, Fotografin, Hochschullehrerin, außerordentliche Professorin an der Akademie der Schönen Künste in Krakau (Akademia Sztuk Pięknych w Krakowie) in Polen, Leiterin der Abteilung für Animationsfilm, Fotografie und digitale Medien an der Fakultät für Grafik der Akademie der Schönen Künste in Krakau.

Marcin Przybyłko – Arzt, Absolvent der Akademie der Schönen Künste in Krakau (Akademia Sztuk Pięknych w Krakowie) in Polen, Fotograf, Grafikdesigner. Mitbegründer des Graphik Design Studio „Teren Prywatny“.

Kurator der Ausstellung
Tomasz Lewandowski

Programm
20.10.2021 / 19:00 Uhr — Ausstellungseröffnung
20.10.2021 / 19:00 Uhr — Kunst trifft Politik

Diskussionsabend im Rahmen einer Veranstaltungsreihe Kunst trifft Politik. Unter Beteiligung des Publikums sprechen die Künstler und die eingeladene Gäste über die Wechselbeziehung zwischen Ort und Mensch und über die Rolle der Kunst und der Literatur bei der Aneignung einer Heimat.

Eingeladene Gäste: Agata Pankiewicz, Marcin Przybyłko (PL, ausgestellte Künstler), Tanja Scheffler (DE, Historikerin und Journalistin), Tomasz Lewandowski (PL/DE, Kurator der Ausstellung). Moderation: Sophie Quadt, Sächsische Landeszentrale für Politische Bildung.