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oben (Ausschnitt): Franz Brück Public housing Singapore (Singapore colours), Kategorie „Beste Fotoserie“, Zuhause No. 2 unten (Ausschnitt): David Löffler hier, bei mir, Kategorie „Beste Nachwuchsarbeit“, Zuhause No. 6
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17.10.2026
oben (Ausschnitt): Franz Brück Public housing Singapore (Singapore colours), Kategorie „Beste Fotoserie“, Zuhause No. 2 unten (Ausschnitt): David Löffler hier, bei mir, Kategorie „Beste Nachwuchsarbeit“, Zuhause No. 6
David Löffler + Franz Brück
Vonovia Award für Fotografie
Besser Wohnen
Vernissage am Freitag, 11. September
Salon am Samstag, 12. September
Ausstellung
Die Bildserien „hier, bei mir“ von David Löffler und „Public housing Singapore“ von Franz Brück zeigen Wohnen in großstädtischen Siedlungen.
David Löffler schaut dabei in die Lebenswelten der Bewohner Berliner Plattenbausiedlungen, fokussiert die Menschen selbst und deren nächstes Umfeld. Franz Brück fotografiert aus den Fenstern der Bewohner Singapurs und zeigt deren Wohnumgebung.
In beiden Serien werden Wohn- und Lebensrealitäten von Menschen abgebildet, die in großstädtischen Siedlungen modularen Bauens leben. Hier wie dort gab und gibt es die Idee der Utopie einer Symbiose preiswerten Bauens und gemeinsamen innerstädtischen Lebens
Franz Brück: Public housing Singapore (Singapore colours)
Wohnen ist eins der großen Themen unserer Zeit. In Zeiten einer steigenden Population; Zeiten in denen Menschen in Hong Kong in Käfigen leben; Zeiten von weltweit steigenden Mieten in den Ballungsräumen und Verdrängung von Bevölkerungsschichten an den Stadtrand. Stellt sich die Frage: Wie wollen wir wohnen und wie kann jedem Menschen ein Zuhause gegeben werden?
Singapur geht hier einen einzigartigen Weg: 82 % der Bevölkerung lebt in staatlich gefördertem Wohnraum der auf 99 Jahre geleast wird. Einmal eingezogen lebt ein jeder meist sein ganzes Leben in einer solchen Wohnung. Blocks formen Eigenständige Nachbarschaften mit Schulen, Supermärkten, Kliniken und Hawkercentern. Die Geschichte des „Housing & Development Board“ (HDB) beginnt Anfang der 70iger und deren Architektur entwickelte sich seither beständig fort.
Die Architektonische Grundstruktur ist sehr ähnlich und verändert sich nur langsam. Dem entgegen steht der äußere Eindruck der Architektur mit sehr facettenreichen Fassadengestaltungen. Es gibt schier unendliche Farbenvariationen. Manche Fassaden enthalten Elemente wie aus anderen Epochen, manche wirken sehr modern und wieder andere scheinen mit Legosteinen gebaut zu sein. Dadurch entsteht eine ungeheure Vielfalt die hier in Form von Fotografie erlebt werden kann…
…Sie tauchen ein, in das Lebensgefühl eines Bewohners und schauen aus deren Fenstern. Sie sehen was er sieht und können nachempfinden wie es ist tagein tagaus diese Aussicht zu sehen. Es ist ein gewaltiger Unterschied eine feuerrote, eine quietsche gelbe oder neutral weiße Fassade zu sehen. Für mich ist es immer ein spannender Moment ein Areal das erste Mal zu betreten und auf mich wirken zu lassen. (Franz Brück, Shortlist „Beste Fotoserie“, VONOVIA AWARD FÜR FOTOGRAFIE, 2018)
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David Löffler: hier, bei mir
Die Platte. Vor der Wende symbolisierte sie das Versprechen der Politik, großflächig für viele Menschen guten und günstigen Wohnraum zu schaffen. Und es gelang. Der Plattenbau war die – oder zumindest eine – Antwort auf die Wohnungsnot, die der zweite Weltkrieg zurückließ. Der Neubau versprach für viele Menschen bessere Wohnbedingungen, daher war er sehr begehrt. Auf eine Zuweisung wartete man in der DDR teilweise jahrelang. Heute hingegen verkörpert die Platte für viele Menschen eher das Relikt einer gescheiterten Utopie. In den öffentlichen Debatten ist der Plattenbau ein stigmatisierter Raum voller Vorurteile, gefärbt von Rechtsradikalismus, Prekarität, Kriminalität und Armut.
Doch für viele Menschen ist die Platte eben auch ein Zuhause. Der Fotograf David Löffler ist selbst einer dieser Bewohner. Seine Kindheitserinnerungen sind geprägt von hohen Häusern, kahlen Fassaden und vor allem von pulsierendem Leben. Trotz seiner positiven Erfahrungen kamen Kinder aus dem Kindergarten oder der Schule nach dem ersten Mal meist kein zweites Mal zu ihm. Er verstand das nie. Heute schon. Der Kontrast zwischen seiner Wahrnehmung und dem, wie ihn andere aufgrund seiner ‚Herkunft‘ wahrnahmen, führte bei ihm früh zu einem angespannten Verhältnis zu seinem eigenen Zuhause. Seine Arbeit soll dazu anregen, sich mit dem eigenen Bild bezüglich einer Architektur zu konfrontieren, die trotz ihrer Größe meist peripher wahrgenommen wird. Aufgrund mangelnder Berührungspunkte und einer einseitigen Berichterstattung der Medien, manifestieren sich die seit Jahren reproduzierten negativen Narrative über Generationen hinweg. Der Fotograf hat sich mit 13 verschiedenen BewohnerInnen in Berlin über ihr Leben in der Platte unterhalten und ihr Zuhause fotografiert. So entstanden intime Portraits und Einblicke in Räume, die dem öffentlichen Auge sonst verschlossen bleiben. (Shortlist „Beste Nachwuchsarbeit“, VONOVIA AWARD FÜR FOTOGRAFIE, 2022)
Der VONOVIA AWARD FÜR FOTOGRAFIE wurde 2017 ins Leben gerufen und bietet seither professionellen Fotograf:innen sowie neuen Talenten im Bereich Fotografie eine Plattform für Sichtbarkeit und Vernetzung. Das facettenreiche Thema ZUHAUSE bildet die inhaltliche Klammer des Awards, die die teilnehmenden Fotograf:innen mit künstlerischem, dokumentarischem und investigativem Blick immer wieder neu und zeitgenössisch interpretieren.
Die Auswahl der Preisträger:innen erfolgt über eine unabhängige, hochkarätige Fachjury aus den Bereichen Fotografie, Journalismus, Kunst und Lehre sowie der Immobilienbranche.
Bereits zum neunten Mal werden Arbeiten von Nominierten des VONOVIA AWARD FÜR FOTOGRAFIE in einer Ausstellung im Fotoforum Dresden gezeigt.
Das Fotoforum Dresden ist ein Projekt des Forum für zeitgenössische Fotografie Dresden e.V.
Der Verein wurde 2015 von engagierten Fotografierenden, Kunstwissenschaftler:innen, Kunstsammelnden, Pädagog:innen, Künstler:innen und anderen an Fotografie Interessierten gegründet. Das Fotoforum Dresden versteht sich als eine zentrale Plattform für zeitgenössische Fotografie in Dresden.
Das Ausstellungs- und Präsenzprogramm im FOTOFORUM DRESDEN wurde im Jahr 2026 projektgefördert durch das Amt für Kultur und Denkmalschutz der Stadt Dresden.
Termine:
Vernissage am Freitag, 11.9.2026, 19 bis 22 Uhr
Die Künstler sind anwesend.
Salon am Samstag, 12.9.2026, 15:30 Uhr
Besser Wohnen – Utopie und Realität von Wohnen im seriellen Wohnungsbau
Podiumsgäste: David Löffler, Franz Brück
Moderation: Michael Kalinka (Fotoforum)
Pressekontakt: Jörg Stolzenburg
(presse@fotoforumdresden.de)